Strichcode-Fasten Bericht in ESG-Magazin

In der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift „ansätze“ der Bundes-ESG (Evangelische Studiengemeinschaft) mit dem Schwerpunktthema „Essen“ durfte ich einen Artikel zum Thema „Strichcode-Fasten und seine Nebenwirkungen“ veröffentlichen. Man kann die Zeitschrift hier als pdf herunterladenansaetze_2016_2.

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Was mich beim Strichcodefasten 2015 bewegt hat

Mein etwas verspätetes Fazit zum Strichcodefasten 2015…

Im letzten Jahr, bei meinem ersten Strichcodefasten. bestand die Schwierigkeit in erster Linie darin, überhaupt alle Lebensmittel, die ich für meinen Alltag brauchte und mochte, ohne Strichcodes zu bekommen (s. Fazit 2014). Diese Herausforderung war im aktuellen Jahr nicht mehr ganz so groß, denn ich kannte mittlerweile einige Orte an denen ich strichcodefreie Lebensmittel kaufen konnte. Aber manche Einkaufsmöglichkeiten habe ich während der diesjährigen Fastenzeit auch neu entdeckt oder erstmalig besucht:

  • Mehl, Müsli und mehr: Im Hofladen der Ulstermühle in Tann kann man nicht nur verschiedene Sorten Mehl kaufen, sondern auch Müsli, Cornflakes, Nudeln, Körner, Kerne und Samen.
  • Apfelwein und Apfelsherry: Dass es in krenzers rhön strichcodefreie Apfelspezialitäten gibt, ist bekannt. Dieses Jahr haben wir dort aber ein paar Tage Urlaub gemacht und uns das ein oder andere Fläschchen mit nach Hause genommen.
  • Öle, Balsame und Co.: Bei Kurz & Köstlich in Alsfeld gibt kann man sich diverse Öle, Balsame und Liköre abfüllen lassen. Außerdem gibt es u.a. strichcodefreien Tee & Kaffee.
  • Apropos Tee und Kaffee: Ich habe den kleinen Teeladen „Vergiss mein nicht“ in Schlüchtern für mich entdeckt, wo es eine große Auswahl an losem, strichcodefreiem Tee gibt. Außerdem habe ich erfahren, dass es eine Kaffeerösterei in der JVA Hünfeld gibt. Der hinter Gittern geröstete Kaffee „Bohne No. 1 – Freiheit für die Sinne“ ist ebenfalls strichcodefrei.
  • Gewürze: waren für mich im vergangen Jahr anfangs ein großer Verzicht, an den ich bei der Planung nicht wirklich gedacht habe. Für diese Fastenzeit hatte ich aber noch ein paar Gewürze von letztem Jahr und konnte alles Fehlende am Gewürzstand am Wochenmarkt in Fulda besorgen.

Strichcodefrei Einkaufen in Stadt und Land

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es in der Stadt leichter ist, strichcodefrei zu leben als auf dem Land. In Städten gibt es mehr, häufiger und größere Wochenmärkte als im ländlichen Raum, und somit mehr Gelegenheit ein einem Ort verschiedenartige strichcodefreie Lebensmittel zu kaufen. In vielen deutschen Großstädten gibt es darüber hinaus auch Markthallen, in denen man täglich einkaufen kann.

Bei mir im Vogelsberg kann ich kaum Wochenmärkte besuchen, da sie i.d.R. vormittags unter der Woche sind, ich aber berufstätig bin und in Schlüchtern arbeite. Den Schlüchterner Wochenmarkt besuche ich aber nach wie vor regelmäßig.

Die Anzahl an Direktvermarktern oder Bauernläden ist in meiner Region auch eher überschaubar. Hinzu kommt der hohe organisatorische Aufwand, den ein Besuch / Einkauf dort mit sich bringt: Abgleich der Öffnungszeiten mit meinen Arbeitszeiten – schaffe ich es zeitlich, dort hin zu fahren? Lohnt es sich überhaupt, diesen Umweg / Extraweg zu fahren um dort ein oder zwei bestimmte strichcodefreie Produkte kaufen zu können? Über den ökologischen Fußabdruck meines ein oder anderen regionalen Einkaufs will ich lieber gar nicht ganz so gründlich nachdenken….

Entsprechend angetan war ich von der großen Anzahl der Hofläden und Dirketvermarktern in der Rhön. Und insbesondere von drei Läden, die wir bei unserem Urlaub in der Rhön besucht haben:

An diesen drei Orten wurden Lebensmittel von verschiedenen regionalen Erzeugern und andere in der Rhön hergestellten Dinge angeboten, die fast alle ohne Strichcode waren.

Das hat bei meinem Mann und mir die Frage aufgeworfen: Warum gibt es so etwas in der Rhön, nicht aber im Vogelsberg? Hier gibt es auch viele gute regionale Produkte, aber – ich merke es bei mir selbst – der Aufwand, sich diese überall vor Ort zu besorgen ist so abschreckend groß, dass es für die Erzeuger sicherlich auch immer uninteressanter ist, eigene Läden aufrecht zu erhalten. Warum gibt es nicht ein stationäres oder mobiles Vermarktungskonzept, wo viele kleine Erzeuger gemeinsam ihre Lebensmittel vertreiben? (Sollte es ein solches Regionalkonzept im Vogelsberg geben, frage ich den / die für die Vermarktung Verantwortliche/n an dieser Stelle: Wenn eine wie ich, die sich seit zwei Jahren aktiv damit befasst, nichts davon weiß, wie sollen dann andere darauf stoßen?)

Ich jedenfalls hätte Lust, an so einem Konzept (mit) zu arbeiten und habe auch schon einige Ideen im Kopf.

Doch zurück zum Strichcodefasten…

Beim Einkaufen ist der Strichcode ein klares, konkretes, einfaches Zeichen: Man kann alles kaufen was keinen Strichcode hat. Auf alle Lebensmittel mit Strichcode verzichtet man während des Strichcodefastens. Doch Strichcodefasten ist nicht nur auf das Einkaufen und Zubereiten von strichcodefreien Lebensmitten beschränkt, sondern gilt auch beim Außer-Haus Essen. Und hier stellte sich mir in diesem Jahr mehrfach die Frage, was ist „erlaubt“ bzw. wo und wie lässt sich hier eine Sinnvolle Grenze ziehen. (Stichwort: Außerhaus-Dilemma).

Bei fremdzubereitetem Essen sieht man nicht mehr, ob Strichcode-Zutaten verarbeitet wurden oder nicht. Konsequentes Strichcodefasten ist hier kaum möglich. Hätte ich in diesen Fällen strikt die Nahrungsaufnahme verweigert um Strichcode-Lebensmittel zu vermeiden, hätte ich mich bei vielen Veranstaltungen ausgeschlossen, bzw. mich in gewisser Weise sozial isoliert – den Essen ist ein sozialer Akt.

Mehrmals stand ich in diesem Jahr vor der Entscheidung, Strichcodefasten konsequent durchzuziehen und auf fremdzubereitete Speisen zu verzichten oder ein Auge zuzudrücken und mich nicht von der jeweiligen Gruppe auszuschließen. Ich habe mich in diesem Jahr häufiger für „ein Auge zudrücken“ entschieden als im letzten Jahr. Ich habe keine Veranstaltung oder Einladung abgesagt, bei der es fremd zubereitetes Essen gab, habe aber darauf geachtet, weitestgehend „strichcodearm“ zu bleiben.

Diese Veranstaltungen waren aber auch immer sehr spannend, um mit anderen Menschen über Strichcodefasten ins Gespräch zu kommen, z.B. bei der Steakschat-Eröffnung oder dem Food Management Alumni-Treffen. Ich habe aber auch die Chance genutzt und einmal meine ganze Fußballmannschaft strichcodefrei bekocht.

Strichcodefasten wird bekannter

In diesem Jahr gab es noch weitere Strichcodefastende: Ich weiß von Sabrina und Ihrem Mann aus Hannover, die Strichcodefasten beim Slow Food Convivium Hannover vorgestellt haben, selbst auf Strichcodes verzichtet haben und mich zu einer Tafelrunde nach Hannover eingeladen haben. Und auch in Ungarn gibt es Strichcodefastende, wie ich bei eintraumwirdwahr lesen durfte.

Ein Highlight war für mich in diesem Jahr die Einladung zur Fernseh-Sendung Alpha & Omega, eine Talkshow die u.a. auf Bibel TV ausgestrahlt wurde. Strichcodefasten durfte ich dabei in der Sendung zum Thema „Süßes, Facebook, Alkohol – wie macht Fasten wirklich Sinn?“ vorstellen. Der Beitrag ist übrigens online bei kirchenfernsehen.de zu sehen.

Und so soll es weitergehen mit Strichcodefasten

Auch wenn ich einige Wochen nichts gepostet habe und mein Fazit recht verspätet erscheint, werde ich auch außerhalb der Fastenzeit Beiträge hier veröffentlichen (mein Ziel sind 1-2 pro Monat). Thema im Strichcodefasten-Blog außerhalb der Fastenzeit wird u.a. sein, wo und wie strichcodefreie Lebensmittel hergestellt werden. Bei Facebook wird es auch zwischendurch kleinere Posts geben.

Ich kann mir vorstellen, dass es 2016 auch wieder Strichcodefasten geben wird und wünsche mir, dass noch mehr Menschen beim Strichcodefasten mit machen werden. Dazu plane ich übrigens gerade eine Strichcode-Fasten-App.

Ihr dürft also gespannt sein…..

Zu Gast in Hannover

Das Slowfood Convivium Hannover hat die Strichcodefasten-Idee aufgegriffen (siehe auch Strichcodefasten in Hannover) und mich inklusive Begleitung (mein guter Freund Karsten aus Hannover) zur März-Tafelrunde ins Restaurant Schiller eingeladen.

Dieser Einladung bin ich sehr gerne gefolgt, denn dort konnte ich nicht nur von meinen Strichcodefasten-Erfahrungen berichten, sondern mich auch mit Sabrina Buchholz, die ebenfalls Strichcodes fastet, austauschen. Weiterlesen

Außerhaus essen oder: Das Dilemma der Strichcode-Zutaten

Das Außerhaus-Essen während des Strichcodefastens ist eine Grauzone: Das servierte Essen selbst hat in der Regel keinen Strichcode, wurde aber mit Sicherheit aus  mehr oder weniger vielen Strichcode-Zutaten hergestellt. Deshalb versuche ich, während des Strichcodefastens fremdzubereitete Speisen zu meiden und verzichte

  • auf das täglich frisch gekochte Mittagessen an der Arbeit
  • auf die Essenseinladung der Schwiegereltern
  • auf Restaurantbesuche, wenn wir mal keine Lust auf Kochen haben

Doch es gibt Situationen, in denen ich trotz Strichcodefasten außerhaus gegessen habe, sei es Weiterlesen

7 Wochen ohne Strichcode – Mein Fazit

7 Wochen ohne Strichcode - mein Fazit

7 Wochen ohne Strichcode – mein Fazit

Nun ist sie vorbei, die diesjährige Fastenzeit, die Zeit des Verzichts vor den Osterfeierlichkeiten. Ich habe in den vergangenen Wochen auf alle Lebensmittel mit Strichcode verzichtet, um auf diese Weise meine alltäglichen Lebensmittel-Konsumgewohnheiten zu überdenken. Auf Lebensmittel mit Strichcode zu verzichten bedeutet nämlich in erster Linie, diese nicht mehr im Supermarkt einkaufen zu können, sondern bei kleinen Händlern, auf Märkten und direkt beim Erzeuger.

Ich war zunächst skeptisch, ob es überhaupt noch möglich sein würde, mich unabhängig von Supermärkten mit allen Lebensmitteln versorgen zu können, die ich zum einen wirklich brauche und zum anderen darüber hinaus gerne hätte (Kaffee, Schokolade, Bier, Wein, …). Weiterlesen

Die ersten 10 Tage ohne Strichcode

Die ersten zehn Tage des Strichcode-Fastens sind nun schon geschafft – Zeit für ein erstes Resümee:

Am Aschermittwoch 2014 habe ich mit dem Strichcode-Fasten begonnen, um mein Lebensmitteleinkaufs- und Konsumverhalten zu überdenken. Strichcode-Fasten bedeutet, dass ich keine Lebensmittel mit Strichcode kaufe und esse. Soll heißen: Meine Lebensmittel muss ich in dieser Zeit direkt beim Erzeuger, auf Märkten oder in kleinen Läden kaufen und nicht wie bisher alles auf einmal bequem im Supermarkt (mehr Hintergrundinfos zum Strichcode-Fasten). Weiterlesen

Mehr Verzicht oder mehr Genuss?

Während der Strichcode-Fastenzeit möchte ich mir mein Konsumverhalten von Lebensmitteln bewusster machen. Ich möchte herausfinden, ob ich mich nicht auch unabhängig von Supermarkt- und Handelsketten mit allen Lebensmitteln, die ich zum Leben brauche, versorgen kann. Schaffe ich es, mich mit dem zu begnügen, was es regional und saisonal gerade gibt und auf das dauerhafte, immer verfügbare Überangebot an Lebensmitteln aller Art in Supermärkten zu verzichten? Weiterlesen